Der Spanische Bürgerkrieg: 17. Juli 1936 bis 1. April 1939
Heute, am 17. Juli, jährt sich der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs zum 90. Mal. Der Spanische Bürgerkrieg (1936–1939) war weit mehr als ein nationaler Konflikt – er wurde zum Brennspiegel der politischen Spannungen, die ganz Europa erschütterten. Als im Juli 1936 rechtsgerichtete Generäle unter Francisco Franco gegen die demokratisch gewählte Zweite Spanische Republik putschten, stand für viele fest: Hier wurde über die Zukunft der Freiheit in Europa entschieden. Auf der einen Seite kämpften Monarchist:innen, Faschist:innen und Teile des Militärs, unterstützt von Hitler-Deutschland und Mussolinis Italien. Auf der anderen Seite verteidigten Republikaner:innen, Sozialist:innen, Kommunist:innen, Anarchist:innen und Arbeiter:innen das Ideal einer gerechten, modernen und freien Gesellschaft.
Aus aller Welt kamen Freiwillige, um in Spanien gegen den Faschismus zu kämpfen. Etwa 35.000 Frauen und Männer aus vielen Ländern der Welt schlossen sich den Internationalen Brigaden an – einem einzigartigen Experiment internationaler Solidarität. Unter ihnen rund 5.000 Deutsche und etwa 1.400 Österreicher:innen, die meist selbst vor den Nationalsozialisten geflohen waren. In Spanien sahen sie eine Chance, der Diktatur entgegenzutreten, die ihre Heimat zerstört hatte.
Die Brigadist:innen waren schlecht ausgerüstet, aber getragen von ihrem Idealismus. Sie kämpften Schulter an Schulter mit Spanier:innen, lernten ihre Sprache, ihre Lieder, ihre Hoffnung. Für viele wurde Spanien zum Symbol der gelebten internationalen Solidarität – und zum Grab. Mehr als ein Drittel der österreichischen und deutschen Freiwilligen kehrte nie zurück.
Als die Republik 1939 fiel, verloren sie den Krieg – doch ihr Mut und ihre Überzeugung, dass Freiheit und Gerechtigkeit keine Grenzen kennen, machten sie zu frühen Kämpfer:innen gegen den Faschismus. Ilsa Barea-Kulcsar, Marie Langer und Egon Erwin Kisch waren drei von ihnen. Ihre Berichte und Erinnerungen sind 90 Jahre nach dem Beginn des Krieges eindrucksvoll und einzigartig – und immer noch überaus lebendig.
Am Wochenende finden anlässlich des 90. Jahrestages zwei Veranstaltungen rund um ihre bei uns wiederaufgelegten bzw. erstmals erschienenen Bücher statt: Am Samstag, 18. Juli, 15 Uhr, dürfen wir im Wiener Literaturbuffet alle drei Titel vorstellen, am Sonntag, 19. Juli, 10 Uhr, sind die Kisch-Herausgeber Georg Pichler und Joachim Gatterer im Berliner Münzenberg Forum zu Gast. Im Rahmen des Symposiums zum 90. Jahrestag des Beginns des Spanischen Bürgerkriegs. Alle Infos zu den Büchern und Veranstaltungen findet ihr wie immer auf unserer Website.