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Die Spitzmauskarawane | Leseprobe

Aus dem Vorwort von Gerald Schmickl

Im Februar 1990, erstmals eine Seite mit Glossen im »Extra«, die – aus uns damals poetisch erscheinenden Gründen – Titel wie »Diarium«, »Aquarium« und Herbarium« trugen. Letztere wurde ausschließlich von Holger Rust befüllt, Woche für Woche (14 Jahre lang, bevor seine Kurztexte nur noch monatlich erschienen), während die anderen Glossen von Beginn an von mehreren Autorinnen und Autoren geschrieben wurden.

Und dabei ist es im Wesentlichen geblieben, 33 Jahre lang, von Februar 1990 bis Ende Juni 2023, als die Printausgabe der Wiener Zeitung« (aus uns bis heute empörenden Gründen) eingestellt wurde. Jede Woche erschienen, ausnahmslos, bis zu drei Glossen auf einer Seite (wozu neben reinen Textglossen auch Fotoglossen – die sich mit aktuellen oder historischen Aufnahmen beschäftigten – und Cartoons zählten). Die Glossentitel wandelten sich im Laufe der Jahre – nach der verspielten »ium«-Phase gab es eine Zeit lang Glossen mit einem eingeschränkten Interessensspektrum, wozu u. a. die Themen Computer (»online/offline«), Natur (»fauna/flora«) oder Historisches (»damals/heute«) zählten. (Weshalb sich in dieser Sammlung auch eine gewisse Häufung dieser Fach-gebiete findet.) Bevor wir dann wieder zu thematisch völlig freien, unbetitelten Formaten übergingen.

Prinzip war und blieb stets: Jede Autorin, jeder Autor sollte ihre/seine Eindrücke, Beobachtungen und Gedanken auf sprachlich so feinsinnige wie originelle Weise zum Aus-druck bringen. Auf ziemlich exakt 3.000 Zeichen, was die meiste Zeit über das Haupt(zähl)maß war. Im Grunde ähnelte die Laissez-faire-Vorgabe dem legendären Ausspruch des einstigen deutschen Fußball-Teamchefs (und -Weltmeisters) Franz Beckenbauer, der seinen Kickern riet: »Gehts auße – und spielts.« (In heutigen Zeiten durchkalkulierter und ausgeklügelter Spielsysteme ein unvorstellbarer Minimalismus.)

»Schreibts – und schickts«, das war unser redaktionelles Motto und Mantra. Und alle haben sich daran gehalten, woraus in mehr als drei Jahrzehnten ein faszinierend vielfältiges Kaleidoskop an pointierten, witzigen, nachdenklichen, in jedem Falle geistreichen Texten entstanden ist, wovon die vorliegende Sammlung einen kleinen Eindruck vermitteln will.

(Diese Leseprobe ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder weiterverwendet werden.)

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  • Andreas Rauschal, Gerald Schmickl, Andreas Tesarik: Die Spitzmauskarawane
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  • Andreas Rauschal, Gerald Schmickl, Andreas Tesarik: Die SpitzmauskarawaneIm Juni 2023 ist die letzte Printausgabe der traditionsreichen »Wiener Zeitung« erschienen, und mit ihr zum letzten Mal ihre Beilage »Extra«. Das Herausgebertrio hat aus dem vielfältigen Kaleidoskop an pointierten, nachdenklichen und geistreichen Texten über die großen und kleinen Dinge des Lebens wie Bücher, Internet, Autos, Liebe, Geld, Klima und vieles mehr ein Best-of für diesen Band ausgewählt.
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