Flüchtiges Glück: Else Feldmann in Währing. Verleger Jorghi Poll erzählt von der fast vergessenen Autorin
Im Mai 1917 zieht eine junge Frau in die Währinger Michaelerstraße. Auf dem Meldezettel steht: Schriftstellerin. Denn Else Feldmann, deren Aufwachsen geprägt war von Armut und Fabriksarbeit, schreibt schonungslos und erfolgreich – von Glück, Elend und den Träumen armer Menschen im Wien der 1920er und 30er Jahre.
Dass wir diese Texte heute lesen können, verdanken wir Edition Atelier: Der Verlag veröffentlichte 2013 Travestie der Liebe und andere Erzählungen, 2018 folgte Flüchtiges Glück. Reportagen aus der Zwischenkriegszeit – „die Wiederentdeckung des Jahres“, schreibt Thomas Mießgang in Die Zeit. Denn lange war Else Feldmann vergessen: Die Austrofaschisten verboten sozialdemokratische Schriften und damit ihre Lebensgrundlage. Die Nationalsozialisten vertrieben sie 1938 aus ihrer Währinger Wohnung, und ermordeten sie 1942 im Vernichtungslager Sobibór.
Derzeit erinnert die Ausstellung „Vierzehn Leben. Währingerinnen und der Nationalsozialismus“ im Amtshaus Währing an Else Feldmann. Und in deren Rahmen erzählt am 23. Juni Jorghi Poll, der gemeinsam mit Sarah Legler Edition Atelier leitet, vom mutigen Leben und den auch heute noch berührenden Werken Else Feldmanns. (Bezirksvorstehung Währing)
Die Ausstellung kann bis 30. September 2026 während der Öffnungszeiten (Mo–Fr 7:30–15:30 Uhr, Do 7:30–17:30 Uhr) im Amtshaus Währing besucht werden.


