Autorin und Buchhändlerin Barbara Kadletz über ihren humorvollen wie klug gesponnenen Klima-, Zeitreise- und Provinzroman Schattenkühle:
Was hat dich veranlasst, den historischen Wienerwaldretter Joseph Schöffel wiederauferstehen und auf die etwas tragikomische Figur seines heutigen Namensvetters treffen zu lassen?
Der historische Schöffel geistert schon lange durch mein Leben, & als Buchhändlerin habe ich mich über die Jahre öfters gefragt, warum niemand etwas aus diesem Stoff macht, gerade wo lokal verortete historische Romane seit einiger Zeit boomen. Persönlich hat es mich nie gereizt, einen klassischen historischen Roman zu schreiben, aber dann ist mir die Figur von Joseph Schöffels etwas phlegmatischem Namensvetter ohne PH eingefallen & hat mich nicht mehr losgelassen. & so ging es dann auch, vom historischen Schöffel zu erzählen, ohne das allzu seriös betreiben zu müssen.
Skurrile und liebenswerte Gestalten, Bauspekulation, Gegenprotest und eine gestrenge Großmutter verwebst du zu einem großen hintergründigen Lesevergnügen. Schmunzelst du selbst auch beim Schreiben?
Oje, schwer zu sagen, ich freu mich eher über eine gute Idee. Aber so wirklich schmunzelnd vorm Computer sitze ich, glaub ich, nicht, ich bin da immer sehr konzentriert, fast angespannt, ziemlich unter Strom, wenn ich schreibe.
Du bist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Buchhändlerin: Welchen Leser:innen würdest du Schattenkühle empfehlen?
Das mit dem Eigene-Bücher-Empfehlen muss ich noch ein wenig üben, da bin ich noch sehr, nun sagen wir, gehemmt. Aber meine lieben Kolleg*innen empfehlen es, glaub ich, gerne allen, die etwas Heiteres oder Aktuelles aus Österreich/mit Wien-Bezug suchen.
Ich persönlich würde es auch allen empfehlen, die etwas fürs Gemüt brauchen oder sich gerade an (innerfamiliären) Generationenkonflikten abarbeiten. Da kann das Buch vielleicht ein wenig Trost spenden. & ich hoffe natürlich auch, dass die Schattenkühle allen, denen die Geschichte der österreichischen Ökologie- & Protestbewegung ein wenig geläufig ist, Vergnügen bereitet.
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